Sport in der Schwangerschaft scheint zuweilen so mythisch wie Fitness für Einhörner zu sein. Schwanger und trotzdem trainieren? Kraftsport oder gar Joggen statt Yoga und Meditation bis zum Umfallen – beziehungsweise bis zur Geburt? Eindeutig: Ja! Sport und Schwangerschaft schließen sich nicht aus. Sie können wunderbar Hand in Hand gehen und dabei Mutter und Baby auf die Geburt und die durchaus anstrengende Phase danach vorbereiten. Lies hier, was Sport in der Schwangerschaft bewirken kann und welche Vorteile eine aktive Schwangerschaft mit sich bringt.
Warum Sport in der Schwangerschaft?
Falls du schon mitten in den ersten Schwangerschaftswochen steckst oder bereits Erfahrungen aus vorangegangen Schwangerschaften mitbringst, hast du vermutlich aus deinem Umfeld auch schon Sätze gehört wie: „Jetzt isst du für zwei. Jetzt kannst du dir ruhig gönnen, zunehmen wirst du ja eh. An dein Wunschgewicht kannst du nach der Geburt wieder denken.“ Für viele scheint klar, schwanger sein ist gleichbedeutend mit: sich zurücklehnen, Schoki knabbern und dem Bauch beim Wachsen zusehen. Diese Vorstellung ist nicht nur im Hinblick auf die Ernährung problematisch, du darfst sie auch in jeglicher anderen Hinsicht in die Tonne treten.
Dass ein aktiver Lifestyle während der Schwangerschaft dir und deinem Baby guttut, ist heutzutage eine gesicherte Erkenntnis. Denn Mutter wie Kind profitieren körperlich und mental von Sport und Bewegung in der Schwangerschaft.
Auswirkungen auf das Baby
Ganz kurz heruntergebrochen kann man sagen: Fitte Mutti = fittes Baby. Denn trainiert die Mama, profitiert das Baby körperlich mit. Dieser Vorteil zeigt sich beispielsweise in einer besseren Sauerstoffversorgung des Ungeborenen. Babys fitter Mütter laufen zudem seltener Gefahr, ein zu hohes Geburtsgewicht zu knacken. Und: Sogar in Sachen Herzgesundheit profitiert das Baby von einer aktiven Mama. Sein Herz schlägt, wenn die Mutter in der Schwangerschaft regelmäßig Sport treibt, langsamer und variabler. Beides sind Zeichen für ein gesundes Herz. Dieser Vorteil währt über die Geburt hinaus beim Kind an.
Damit nicht genug: Selbst Sportarten, die das Kind in unserer Vorstellung unbequem durchschütteln dürften, wirken sich positiv auf das Neugeborene aus. Denk an Sportarten wie Joggen oder Powerwalking: Das Kind spürt im Bauch jeden Schritt, jeden kleinen Sprung – und das ist gut so! Babys, die im Bauch ihrer Mutter Erschütterungen miterlebt haben, können nachweislich besser mit Stress umgehen.
Auswirkungen auf die Mutter
Also Laufschuhe schnüren und los geht’s? Nicht um jeden Preis. Zum einen solltest du dein persönliches Sportpensum finden. Zum anderen gilt für Sport in der Schwangerschaft: Wähle einen Sport, der dir guttut. Dann können die Auswirkungen auf dich, auf dein Wohlbefinden und deinen Körper sehr positiv ausfallen. Voraussetzung ist, dass du insgesamt gesund bist und keine Bedenken gegen sanften Sport oder moderate Trainings in deiner Schwangerschaft bestehen. Dann kann ein fitter Start ins Mamaleben dir zum Beispiel helfen, deine Gewichtszunahme in der Schwangerschaft zu regulieren. Dein Risiko für Schwangerschaftsdiabetes sinkt. Außerdem erleiden fitte Mütter seltener Thrombosen und erleben ihre Zeit mit Babybauch generell oft beschwerdefreier im Hinblick auf Zipperlein und Schmerzen. Denn allein schon der Umgang mit dem schweren Bauch fällt leichter mit einem Plus an Muskulatur.
Das Hammerargument zum Schluss: Fitte Schwangere erleben weniger Komplikationen bei der Geburt. Wenn das kein Grund ist, sich und dem Bauchpassagier regelmäßig Bewegung zu gönnen! Zudem sinkt bei aktiven Schwangeren die Gefahr für pränatale und postnatale Depression.
Vorteile auf einen Blick
Zusammengefasst: Welche Vorteile bewirkt Sport in der Schwangerschaft also? Die angehende Mutter und ihr ungeborenes Kind profitieren gleichermaßen von körperlichen und psychischen Vorteilen. Ihre Herzen sind gesünder. Die Mama geht sportlich in die Geburt und stärker in die strapazierende Zeit mit Neugeborenem. Und das Baby kommt mit einer höheren Stresstoleranz zur Welt.
Wann kein Sport in der Schwangerschaft?
So toll diese Vorteile klingen mögen, es gibt sie: die Mütter, die von Sport in der Schwangerschaft lieber Abstand nehmen sollten. Betroffen sind hier vor allem Frauen, die mit Vorerkrankungen oder Einschränkungen in die Schwangerschaft gehen, beispielsweise mit einer Herzkrankheit oder einer Zervixinsuffizienz. Auch körperliche Anzeichen wie Blutungen oder vorzeitige Wehen sollten zunächst immer die sportliche Notbremse ziehen. In diesen Fällen sowie bei Schmerzen solltest du stets deine Ärztin oder deinen Arzt konsultieren und mit diesen erörtern, ob du in deiner individuellen Schwangerschaft aktiv bleiben darfst.
Sport in der Schwangerschaft anfangen
Abschließend noch ein Blick auf jene Mamis, die bisher eher einen weiten Bogen um ihre Turnschuhe geschlagen haben. Die jetzt, da sie zunehmend an die Gesundheit eines weiteren Menschen denken müssen, aber doch lieber fitte Muttis werden und sein wollen. Können sie mit Sport in der Schwangerschaft anfangen? Yes, please!
Neueinsteigerinnen in regelmäßigen Sport, die erst zusammen mit dem wachsenden Bauchumfang loslegen, starten am besten mit gelenkschonenden Sportarten. Walken oder Radfahren sind gute Einstiegsmöglichkeiten für Schwangere, die sportlicher sein möchten. Außerdem bietet sich jegliche Bewegung im Wasser an. Ob Aquajogging, Aquafitness oder klassisches Schwimmen, sie alle kannst du mit moderater Kraftanstrengung ausüben und reduzierst nebenbei das Risiko für Ödeme. Das sind Wassereinlagerungen, die Schwangeren vor allem in der warmen Jahreszeit gerne zusetzen. Der sanfte Wasserdruck von außen und die Abkühlung im Nass wirken dagegen wahre Wunder. Daneben darfst du dich auf ein wunderbares Gefühl der Leichtigkeit freuen, wenn dein Kugelbauch im Wasser scheinbar jedes Gewicht verliert.
Wichtig für werdende Mütter, die als Sportneulinge starten, ist die korrekte Ausführung von Bewegungen. Deine Bänder sind durch die Hormonumstellung der Schwangerschaft weniger fest, dein Bewegungsapparat an sich unterliegt ständigen Veränderungen durch das wachsende Baby in dir. Umso wertvoller ist es, dass bislang weniger sportliche Mamas ordentlich an ihren Sport herangeführt und angeleitet werden. Vielleicht findest du in deiner Region einen Sportkurs, der auf Schwangere spezialisiert ist, zum Beispiel Schwangerschaftsyoga oder Pilates? Für Sport in der Schwangerschaft gibt es darüber hinaus inzwischen auch diverse Apps, die sportliche Mütter mit Videos und detaillierten Übungserklärungen anleiten.
Fazit: Wie wichtig ist Sport in der Schwangerschaft?
Eine Schwangerschaft ohne Sport ist möglich – aber eine fitte Kugelzeit macht dir das Leben als Mutter so viel leichter. Im besten Falle erlebst du mit einem aktiven Lifestyle eine unkomplizierte Schwangerschaft und Geburt. Im schlimmsten Falle plagen Übelkeit & Co. dich dennoch, aber zumindest gibst du deinem Baby eine gute Grundfitness und eine höhere Stressresistenz mit ins Leben. So oder so ist eine gute Menge Sport in der Schwangerschaft gesund, für dich und für dein Kind. Und damit ist Sport für Schwangere eindeutig wichtig.

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