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Der erste Spaziergang im Wochenbett – er wirkt wie ein ersehntes Ziel und eine immense Hürde zugleich. Auf der einen Seite wirst du dich freuen, nach der Geburt wieder in Bewegung zu kommen und deinem Baby die Welt da draußen zu zeigen. Auf der anderen Seite ist die Angst groß, sich beim Spaziergang im Wochenbett zu übernehmen und am Ende unter Schmerzen nach Hause zu hoppeln. Damit dein erster Spaziergang im Wochenbett gelingt, haben wir eine Übersicht zusammengestellt, wie du dich langsam an regelmäßige Spaziergänge herantasten kannst. Sie hilft dir, das Spazierengehen als einfache Bewegungseinheit in deinen neuen Alltag als Mutter zu integrieren.

Warum spazieren gehen im Wochenbett?

Spaziergänge sind der wohl einfachste Wiedereinstieg in regelmäßige Bewegung nach der Geburt. Die körperliche Aktivität regt deinen Kreislauf an. So kommst du nach dem vielen Liegen im direkten Anschluss an die Geburt wieder in Schwung. Spaziergänge unterstützen außerdem wirksam deine Verdauung und beugen Verstopfung vor – besonders wertvoll im Anschluss an die Geburt, wenn die ersten Klobesuche womöglich noch unangenehm sind. Auch deine Psyche profitiert: Ein Spaziergang im Wochenbett beugt dem „Baby Blues“ vor und fördert die seelische Gesundheit der neuen Mutter.

Last but not least: Dein Baby dürfte ein ebenso großer Fan von Spaziergängen im Wochenbett sein! Die frische Luft regt sein Immunsystem an und dein Kind lernt beim Wechsel zwischen drinnen und draußen, seine Körpertemperatur zu regulieren.

Spaziergang im Wochenbett: ab wann?

Deinen allerersten Spaziergang im Wochenbett kannst du bereits nach wenigen Tagen wagen. Den genauen Zeitpunkt bestimmst du selbst; dabei spielt deine Geburtsgeschichte eine wesentliche Rolle. Mit Geburtsverletzungen kann es schmerzhaft sein oder deinen Kreislauf stark herausfordern, längere Zeit zu stehen. Kam dein Kind zu früh zur Welt, gönnst du ihm vielleicht noch ein paar Tage in geregelter Umgebungstemperatur. So oder so: Achte beim Spazierengehen nach der Geburt darauf, dass du dich körperlich wohlfühlst. In den allerersten Tagen als frischgebackene Mama kann schon der Weg vom Sofa zur Toilette ein echter Erfolg sein.

Um deinen perfekten Zeitpunkt für den ersten Spaziergang mit Baby zu bestimmen, teste dein Durchhaltevermögen am besten zu Hause. Mach kleine „Besorgungen“ selbst, zum Beispiel die Wasserflasche in der Küche holen, dein Baby zum Wickeltisch tragen, ein neues Mulltuch aus dem Schrank holen … Schau nach mehreren dieser Minispaziergänge hin: Wie geht es dir, fühlst du dich gut? Dann ist wahrscheinlich ein guter Zeitpunkt, um mit gezielten Spaziergängen zu beginnen.

Wie lange spazieren gehen nach der Geburt?

Die folgenden Werte sind eine grobe Richtschnur, keine fixen Regeln. Bitte achte stets auf dein Körpergefühl und hol dir bei Unsicherheit Rat von deiner Hebamme oder von ärztlichen Profis ein. Wenn du dich fit fühlst und dich schmerzfrei bewegen kannst, probiere es mit folgender Spazierdauer im Wochenbett.

Ab zehn bis 14 Tagen nach der Geburt: Geh spazieren für zehn Minuten. Eine Runde um den Block, das genügt für den Anfang. Fühlst du dich gut, kannst du die Einheit zwei- bis dreimal täglich wiederholen. Aber gönn dir dazwischen ausreichend Erholung.

Ab drei bis vier Wochen nach der Geburt: Steigere deine Spaziereinheiten auf 15 bis 20 Minuten. Spür anschließend genau hin, ob es deinem Beckenboden gut geht. Bei Schweregefühl oder anderen Symptomen solltest du die Dauer deiner Spaziergänge im Wochenbett wieder reduzieren und erst später steigern.

Ab fünf Wochen nach der Geburt: Unternimm Spaziergänge von 20 bis 25 Minuten. Dein Baby begleitet dich bestimmt gerne im Kinderwagen. Mit etwas Glück hält es dort ein Schläfchen, während Mama die Bewegung genießt.

Ab sechs Wochen nach der Geburt: In diesen Zeitraum wird deine gynäkologische Nachuntersuchung im Wochenbett fallen. Gibt deine Ärztin oder dein Arzt grünes Licht, kannst du von nun an eine halbe Stunde lang spazieren gehen.

Weiterhin alles gut? Dann steigere als Nächstes allmählich dein Tempo, jeden Tag ein wenig mehr. Dein Spaziergang im Wochenbett darf nun langsam wieder zur sportlichen Angelegenheit werden und sich in zügiges Gehen verwandeln, das die Muskulatur trainiert.

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