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Sport nach der Geburt ist womöglich nie mehr genau wie vor deinem Baby: Dein Körper hat sich verändert, deine Schlaf- und Erholungsroutine ist vergessen, die alten Zeitfenster für ausgiebige Workouts funktionieren nicht mehr. Sport nach der Geburt ist dennoch möglich und wohltuend – wenn du dich auf folgende Veränderungen einstellst, die dich als sportliche Mutter begleiten.

Medizinische Freigabe vs. Sport nach der Geburt

Sechs bis acht Wochen nach der Geburt wirst du normalerweise deine Frauenärztin oder deinen Arzt wiedersehen zur Nachsorge. Sie prüfen, ob deine Gebärmutter sich ordentlich zurückgebildet hat, ob potenzielle Geburtsverletzungen gut verheilt sind und wie sich ggf. deine Kaiserschnittnarbe macht. Ist alles okay, erhältst du danach deine medizinische Freigabe: Hier heilt alles, wie es soll; alles fein. Doch Achtung: Viele Mütter verwechseln dieses medizinische Okay mit einer Freigabe für Sport nach der Geburt.

Wenige Wochen nach der Entbindung zurück in deine gewohnte Fitnessroutine springen zu wollen, ist keine gute Idee für deinen Körper. Muskeln haben sich während der Schwangerschaft zurückgebildet, dein körperlicher Schwerpunkt hat sich verschoben und ein netter Hormon-Cocktail hat viele Strukturen weich gemacht. All das will berücksichtigt sein, wenn du deinen Sport nach der Geburt wieder aufnimmst. Ein Okay vom Doc ist kein Okay für „weiter wie früher“.

Fünf sichere Übungen, die du schon während des Wochenbetts durchführen kannst, findest du hier. Mit ihnen kommst du sanft wieder in Bewegung.

In der Langsamkeit liegt die Kraft

Gerade sportliche Frauen tun sich oft schwer damit, ihre Rückbildung, ihre Genesung, ihre Erholung nach der Geburt langsam anzugehen. In dieser Phase zahlt sich Langsamkeit jedoch aus: Sie ist der schnellste Weg zu einer vollständigen Wiederherstellung deiner Kraft. Denn du fühlst dich vielleicht „im Kopf“ bereit, wieder loszulegen und dir neue Fitnessziele zu setzen. Doch dein Körper braucht Zeit, um sich auf Sport nach der Geburt einzustellen. Zu großer Enthusiasmus oder ein zu schneller Wiedereinstieg kann ihm sogar schaden.

Einen Wegweiser, wie du nach dem Wochenbett Bewegung und ersten Sport in deinen Mama-Alltag integrieren kannst, erhältst du in diesem Artikel.

Dein Körper ist ein anderer

Egal, ob du vor der Schwangerschaft eine Fitness-Queen warst oder ob du bis zum Tag der Geburt regelmäßig trainiert hast: Dein Körper nach der Entbindung ist ein anderer. Aber: Ein veränderter Körper ist weder kaputt noch schlecht. Die neue Ausgangslage ist deine Chance, deinen Körper noch besser kennenzulernen und ihn (zurück) in seine Stärke zu führen.

Hierzu solltest du deine Trainingsroutine betrachten und ggf. überarbeiten. Auch mental verändern viele Mütter beim Sport nach der Geburt ihren Ansatz, was sie von ihrem Körper erwarten oder was sie leisten möchten. Es geht nicht darum, deine Ansprüche herunterzuschrauben oder dich von alten Fitnesszielen zu verabschieden. Vielmehr gilt es, einen veränderten Körper anzunehmen und deinen Sport nach der Geburt an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Eine wunderbare Phase des Probierens und Experimentierens, die gleichermaßen fordernd und effektiv sein kann wie deine Routine vor der Mutterschaft. Finde heraus, welche Art von Workout und welcher Sport nach der Geburt dir guttut und dir Freude bereitet. Vielleicht macht klassisches Krafttraining in dieser Lebensphase mehr Spaß als die heißgeliebten HIIT-Trainings von vor der Schwangerschaft.

Sport nach der Geburt ist Kopfsache

Dich auf neue Trainingsmethoden einzulassen, dich an ein neues Leistungsniveau anzupassen, dich als Sportlerin neu auszurichten – all diese Herausforderungen beginnen im Kopf. Sportliche Mütter mit jungen Kindern sind doppelt gefordert: Sie müssen sich auf die Rolle als Mutter einstellen und gleichzeitig ihre Fitnessroutine neu denken, sich auf Veränderungen einlassen. Dieser mentale Schritt ist die vielleicht größte Veränderung, die du als junge Mutter erfahren wirst.

Der Weg zurück ist für alle gleich schwer

Wenn du deinen Sport nach der Geburt wieder priorisieren und neu für dich entdecken möchtest, ziehen wir unseren Hut vor dir – egal, auf welchem Weg du an diesen Punkt gekommen bist. Womöglich wirst du aus deinem Umfeld Kommentare ernten, die deinen Weg zurück in Bewegung und Sport bewerten: „Nach einem Kaiserschnitt hat man es eben schwerer“, „hättest du meine Geburtsverletzungen gehabt …“, „so gut wie deine Geburt lief, müsstest du doch längst wieder …“. Lass dich nicht irritieren. Eine Geburt, egal welcher Art, ist eine physiologische Höchstleistung und erfordert eine vernünftige Rehabilitation. Einen gesunden, gangbaren Weg zum Sport nach der Geburt zu finden, ist für jede Mutter gleichermaßen herausfordernd. Und genauso machbar.

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